Laborarzt Hans-Michael van de Loo in Schwäbisch Gmünd

 Präventionsmedizin

Anti-Aging-Medizin (Alters-Prävention) findet zunehmend seinen vorrangigen Stellenwert in unserer Gesellschaft.

Invalidität und Pflegebedürftigkeit sollten präventiv verhindert werden. Dabei sollte die Präventionsmedizin die Richtschnur der orthomolekularen Medizin nach Linus Pauling („How to live longer and better“) haben.

Im folgenden sind häufig angeforderte Wunschleistungen aufgelistet. Sie können über Ihren Hausarzt/Arzt Ihres Vertrauens oder direkt bei uns in der Sprechstunde angefordert werden.

DHEA wird in der Nebenniere gebildet. Es ist nicht nur als Vorstufe für die Synthese der Sexualhormone Testosteron und Östradiol in den Gonaden (Hoden, Eierstöcke) von Bedeutung, sondern es wirkt auch im Körper direkt. Es ist stressausgleichend (Gegenspieler zum Cortisol), ist wichtig für die Fettverteilung („Body Composition“) und für die Immunabwehr (Aktivierung der t-regulator cells). Mit 25 hat der Mensch die höchste Serum-DHEA-Konzentration, danach nimmt der DHEA-Spiegel bis zum 60. Lebensjahr rasch ab.

Östradiol: Aus Testosteron wird (bei Mann und Frau) Östradiol (E2) gebildet.
Östradiolmangel (ausgeprägt bei Frauen in der Postmenopause) führt zu Osteoporose, insbesondere mit Schenkelhals- und Wirbelfrakturen, wobei fehlendes E2 in den sog. OPG-RANKL-Mechanismus (Osteoprotegerin-RANK-Ligand) nicht mehr eingreifen kann.
Fehlendes E2 führt ferner zu einer Fettstoffwechselstörung. Cholesterin und auch LDL-Cholesterin steigen an. Als Folge hiervon entstehen Arteriosklerose mit Herzinfarkt/Hirnschlag. Zwei Drittel der Frauen in der Postmenopause sterben an Herzinfarkt oder Hirnschlag!

Progesteron ist u. a. diuretisch wirksam. Frauen im beginnenden Klimakterium bemerken als erstes Symptom Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung, bedingt durch Progesteron-Abnahme. Progesteron ist ferner entzündungshemmend und ein ausgleichender Gegenspieler zur proliferativen Wirkung des E2; es ist mammaprotektiv.

PSA (Prostataspezifisches Antigen). Das PSA ist ein organspezifischer Tumormarker. Ein erhöhter PSA-Wert gibt einen Hinweis auf ei mögliches Prostatakarzinom (Prostatakrebs).

Selen ist ein essentielles Spurenelement für die Glutathionperoxidase und somit ein wesentlicher Bestandteil des antioxidativen Systems (Radikalfänger). Selenmangel ist oft Schuld an der Entstehung des Grauen Stars. Ferner ist Selen im Schildrüsenhormonstoffwechsel beteiligt. Es ist Bestandteil der 5´‑Dejodase, einem Enzym, welches das Schilddrüsenhormon T4 in die stoffwechselaktive Form T3 umwandelt.

Serotonin: Ein Mangel an Serotonin soll verantwortlich sein z. B. für das prämenstruelle Syndrom, für Fibromyalgie und auch für Gewichtszunahme (bedingt durch „Naschen am späten Abend“)

Testosteron ist wichtig für die Blut- und Muskelbildung. Im Sport wurde diese Erkenntnis beim Radfahren und Gewichtheben umgesetzt ( = Doping = übernatürliches Anheben des Testosteronspiegels). Mann und Frau brauchen Testosteron. Der Testosteronspiegel der Frau beträgt ca. 1/10 von dem des Mannes. Bei beiden Geschlechtern gibt es eine altersabhängige Testosteronabnahme. Muskeln und Knochen sind eine funktionelle Einheit, darum sollte Sport betrieben werden und zusätzlich als Prophylaxe gegen Osteoporose (Knochenschwund) der Testosteronspiegel auf den eines/einer Fünfundzwanzigjährigen eingestellt werden.

Tu-M2-PK (Tumor M2-Pyruvat-Kinase) = Screening-Marker für kolorektale Karzinome.
Erforderliches Untersuchungsmaterial ca. 1 g Stuhl). Die Pyruvatkinase (ein Enzym des Glukose-Stoffwechsels) verändert seine Struktur bei der Tumorentstehung. Die veränderte Pyruvatkinase (Tumor M2-PK) wird im Test nachgewiesen.

Vitamin D kann Krankheiten wie Osteoporose, Darm-, Prostata- und Brustkrebs vorbeugen. Ferner vermindert es das Risiko von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Typ 1 Diabetes mellitus und Rheumatoide Arthritis.

Zink: Zinkmangel zeigt sich durch Wundheilungsstörung. Zink ist ferner wichtig für die  sogenannten „Zink-Finger“. Das sind fingerähnliche Strukturen bei Transkriptionsfaktoren, die sich an bestimmten Stellen der DNA festkrallen und so die Aktivität von Genen regulieren.

Bakteriologische IGeL: Wohl aus Kostengründen haben Experten der KBV ab August 2007 den Nachweis mikrobieller/viraler Nukleinsäure als Kassenleistung gestrichen.
Einige nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtigen Erreger sind seither nicht mehr (oder zumindest nicht aussagekräftig) nachweisbar (z. B. die enterovirulenten E. coli). Ohne Begründung wurden wiederum u. a. der meldepflichtige Norovirus- und der Keuchhustennachweis mittels Nukleinsäure ab Januar 2008 als EBM-Leistungen wieder aufgenommen.

Die folgenden Nukleinsäurenachweise (mittels PCR) sind für Kassenpatienten nur als IGeL beziehbar – von den privaten Krankenkassen werden sie anstandslos erstattet:
Bakterielle PCR-Nachweise:

  • Haemophilus ducrei
  • Tropheryma whipplei
  • Mycoplasma genitalium (im Gelenkpunktat)
  • Borrelia burgdorferi (im Gelenkpunktat)

Virale PCR-Nachweise:

  • Parvovirus B19

Dabei ist hervorzuheben, dass Tropheryma whipplei zu langanhaltender Diarrhoe (ca. 6 Wochen) führt/führen kann und bei unserem Untersuchungsgut häufiger als Salmonellen nachgewiesen werden konnte. Der Erreger kann in das ZNS einwandern und zu psychischen Veränderungen oder zu wochenlanger Schlaflosigkeit führen. Gelenkbeschwerden gehören zu den schulmedizinisch bekannten Folgeschäden.